Herdebuch Allgäu Marktanmeldung

Der Markt im Überblick 2019 / 2020

Enorme Herausforderungen in der Vermarktung kennzeichnen die Absatzveranstaltungen und Exportverkäufe im vergangenen Jahr.

Die herausfordernden Rahmenbedingungen im Viehwirtschaftsjahr 19/20 erschwerten die Vermarktung erheblich. Vor allem die Restriktionen zum Thema Blauzunge und Tiertransporte setzten die Märkte unter Druck. Somit waren die Märkte in Bezug auf Preis und Absatzmöglichkeiten nicht zufriedenstellend. Erst gegen September zeigen sich leicht positive Tendenzen bei den Exporten ab.

Die Vermarktungstendenz aus dem Vorjahr hat sich in diesem Jahr leider fortgesetzt. Über alle Bereiche war ein Rückgang von minus 12,8 Prozent festzustellen. Das sich der Rückgang auf diesem Niveau gehalten hatte, war den intensiven Bemühungen der Kolleginnen und Kollegen bei den Stallverkäufen geschuldet. Während die Absatzveranstaltungen teilweise ausfallen mussten wurde dies so weit als möglich über aufwändige und arbeitsintensive Vermittlungen kompensiert. Somit gelang es z.B. den Stiermarkt auf niedrigem Niveau zu halten, führte aber dennoch zu einem entsprechenden Umsatzrückgang.

Anders dagegen die Jungkuh und Kuhvermarktung. Dank der innovativen Umsetzungen des Vermarktungspersonals stieg der Umsatz um 0,3 % an. Zwangsläufig stieg damit auch die Kaufauftragsquote auf 60 Prozent. Damit ist bei der Marktorganisation deutlich mehr Aufwand notwendig. Bei einer Vielzahl von Käufern würde das Organisationsrisiko verständlicherweise sinken. Erfreulich ist die Steigerung des Durchschnittspreises der Jungkühe. Dieser konnte sich mit einem Durchschnittspreis von knapp 1.600 Euro auf einem ordentlichen Niveau einpendeln.

Bei den Exporten führte eine gerichtliche Klärung der Verbände mit den Behörden zu einer Freigabe der Unterlagen durch die lokalen Ämter. Während die Nachfrage nach Tieren aus dem inner- und außereuropäischen Ausland ungebrochen ist bereiten die Handelsrestriktionen durch Blauzunge und Corona erhebliche Schwierigkeiten. Bestimmte Länder sind dadurch nicht zu beliefern, bzw. Ankaufskommissionen mussten ihre Anreise teilweise verschieben. Umso erfreulicher ist es, dass die aufgestaute Nachfrage zum Jahresende umgesetzt werden konnte. Die Kalbinnenvermarktung verzeichnete damit ein Plus von 6,4 Prozent. Die Jungrindervermarktung wird je nach Umsetzungsmöglichkeit bedient. In diesem Jahr ergab sich hieraus ein geringfügiges Minus.

Die Nutzkälbervermarktung litt massiv unter den Folgen der Blauzunge. Insgesamt sind die Rinderbestände rückläufig, was dieses Segment als erstes zu verzeichnen hat. Mit einem Umsatzrückgang von 23 Prozent viel der Markt nochmals deutlich ab. Dies war zum einen den quantitativen Rückgängen und dem niedrigen Preisniveau geschuldet. Kälber ohne Blauzungenstatus erzielten je nach Marktsituation nicht zufriedenstellende Preise. Trotz der Herausforderungen konnten an den einzelnen Marktstandorten zahlreiche Neumitglieder verzeichnet werden.