Herdebuch Allgäu Marktanmeldung

Aktuelles

Durchschnittspreis steigt erneut

Nachfrage nach guten Jungkühen kann nicht gedeckt werden

Zur Zuchtviehversteigerung der Allgäuer Herdebuchgesellschaft am Donnerstag, den 18. November 2021 in Kempten konnten neun Stiere, drei Zuchtkälber, zwei Mehrkalbskühe, eine Kalbin und 113 Jungkühe verkauft werden.

Kleines Kälberangebot – Aufwärtstrend am Stiermarkt

Zum zweiten Novembermarkt in der Allgäuhalle wurden lediglich drei Zuchtkälber aufgetrieben, die alle qualitätsentsprechend an neue Besitzer vermittelt werden konnten. Die zwölf aufgetriebenen Stiere bestanden alle vor der Körkommission am Morgen und konnten dementsprechend zum Verkauf vorgestellt werden. Es konnten neun Kandidaten zu verbesserten 1.424 € an neue Besitzer vermittelt werden. Die höhere Verkaufsquote und der wiederum gestiegene durchschnittliche Preis ist auf die Anwesenheit vieler einheimischer Landwirte zurückzuführen. An der Spitze positionierte sich ein Duo, welches jeweils Steigpreise über 1.700 € erreichen konnte. Zunächst präsentierte Martina Heckenberger aus Hochdorf einen bestens entwickelten Casanova- Sohn, der hohe genomische Werte für Milchmenge mit deutlich überdurchschnittlichen Werten im Exterieurbereich kombinierte und seine Arbeit zukünftig im Weilheimer Zuchtgebiet erledigen wird. Dicht darauf folgte ein Hochgrat- Sohn von Willebold Gawaz aus Niederrieden. Besonders die hohen Eiweißgehalte bei Mutter und Großmutter konnten hier überzeugen. Nach langen Bieterduell sicherte sich ein Kunde aus dem Ostallgäu den Zuschlag für diesen Stier.  

Jungkühe sind gesucht – Nachfrage kann nicht gedeckt werden

Im Vergleich zu den Vormärkten konnte sich an diesem Tag keine Jungkuh besonders abheben und die Höchstpreise waren dementsprechend etwas verhaltener. Dass gute Jungkühe aktuell stark gesucht sind und die Nachfrage letzendlich bei weitem nicht gedeckt werden konnte, zeigt die Tatsache, dass insgesamt wiederum 20 Jungkühe die Schallmauer von 2.000 € überschritten. Der nochmals gestiegene Durchschnittspreis und der vergleichsweise hohe Mindestpreis von über 1.100 € zeigte zum einen, dass sich die aufgetriebene Qualität auf einem insgesamt guten Niveau befand und zum anderen, dass selbst für Tiere im niedrigen Leistungsbereich oder einzelnen Schwächen hohe Preise bezahlt wurden. Wie in den vergangenen Monaten bleibt der Aufruf erhalten, verkaufsfähige Jungkühe verstärkt der Vermarktung zuzuführen. Da der Milchmarkt in Deutschland von geringeren Anlieferungsmengen im Vergleich zum Vorjahr geprägt ist und von einer Stabilisierung des Marktes mit steigenden Milchpreisen auszugehen ist, wird die Nachfrage nach abgekalbten Tieren weiter steigen. Verstärkt wird dieser Effekt durch die insgesamte Reduzierung der Jungviehaufzucht im gesamten Bundesgebiet, sodass sich das verfügbare Angebot weiter verknappen wird. Das Allgäu als reines Grünlandgebiet mit der Möglichkeit der Alpung und den damit verbundenen, vergleichsweise günstigen Aufzuchtkosten wird von diesen Entwicklungen profitieren, sodass die Jungviehaufzucht für die Betriebe in der Region eine attraktive Zukunft verspricht.  

Leistungs- und exterieurstarke Jungkühe formieren sich an der Spitze

Den Spitzenpreis erzielte gleich eine Reihe an Spitzenjungkühen, die von den Marktbeschickern aufgetrieben wurden. Fünf besonders leistungsstarke Jungkühe mit gutem Exterieur formierten sich an der Spitze mit Geboten von 2.200 € und mehr. Den Beginn machte hier die Zuchtstätte Ziegler aus Stiefenhofen. Ihre elegante und milchtypische Vintage- Tochter überzeugte besonders durch ihr hervorragendes Euter und zusätzlich mit einer Einsatzleistung von knapp 30 kg. Sie konnte im Kaufauftrag für einen Kunden aus Schleswig- Holstein erworben werden. Bereits kurz darauf verließ die nächste Jungkuh zum Tageshöchstpreis den Auktionsring. Hierbei handelte es sich einmal mehr um ein Tier aus der Zucht von Josef Zwiessler aus Opfenbach. Mit der Kombination Wizdom aus Vivid alternativ und international gezogen, begeisterte die gut zweijährig abgekalbte Jungkuh mit einer Tagesproduktion von über 34 kg. Sie wird zukünftig im benachbarten Baden- Württemberg gemolken. Eine hervorragende Amor- Tochter stellte Peter Kuisel aus Füssen im Auktionsring vor. Frisch abgekalbt konnte sie mit bereits über 30 kg Milch bei sehr guter Melkbarkeit in Kombination mit einem glasklaren Fundament und einem Euter, welches in Sachen Drüsigkeit und besonders Strichplatzierung keine Wünsche offenließ, überzeugen. Sie konnte am Abend für einen Kunden aus Oberfranken verladen werden. Im Kaufauftrag für einen Betrieb im südlichen Oberallgäu konnte die nächste Jungkuh zum Tageshöchstpreis vermarktet werden. Hierbei handelt es sich um eine ungemein kräftige, rahmige und sehr substanzvolle Variant- Tochter der Familie Ness aus Fischen. Neben einer hervorragenden Einsatzleitung von 34 kg und tadelloser Melkbarkeit zog besonders das Euter die Blicke vieler Kunden an. Dieses zeichnete sich durch die für das automatische Melken im Roboter prädestinierte Strichstellung, sowie dem sehr breiten und hoch aufgehängten Hintereuter aus. Komplettiert wird das Spitzenquintett an diesem Tag mit der teuersten Biojungkuh des Tages. Die von der Biohof Felder GbR aus Weitnau stammende Aral- Tochter konnte mit weit über 28 kg Einsatzleitung, rund 2,5 kg Minutengemelk und einem in allen Bereichen ansprechenden Exterieur überzeugen. Sie wird ihre Milch zukünftig in einem Biobetrieb in Schleswig- Holstein produzieren.

Nächste Auktion in zwei Wochen

Der nächste Markt findet am 2. Dezember in Kempten statt. VORMERKEN: Die letzte Weihnachtsauktion in der Kemptener Allgäuhalle am 16. Dezember wird mit einer erlesenen Kollektion an Jungrindern ergänzt werden. Anmeldungen und Kaufaufträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Informationen dazu finden Sie jederzeit unter www.allgaeuer-herdebuchgesellschaft.de oder telefonisch unter 0831-522 44 0.

 

Eine sehr jugendliche und elegante Anis- Tochter von Johannes Ganser ausBetzigau konnte frisch abgekalbt mit einem klasse Euter überzeugen. Auch sie verbleibt im südlichen Oberallgäu

Die leistungs- und exterieurstarke Vintage- Tochter von Siegfried Ziegler aus Stiefenhofen wird für den geteilten Tageshöchstpreis von weit über 2.200 € zukünftig an der Nordsee gemolken.

34 kg Tagesproduktion, ein enormer Körper und ein hervorragendes Euter führten die Variant- Tochter vom Zuchtbetrieb Ness aus Fischen zu weit über 2.200 € Steigpreis.